Prozessauftakt gegen Deutsche Bank-Manager gestartet!

Prozessauftakt gegen Deutsche Bank-Manager gestartet!
28 Apr 2015

Was bedeutet der Prozess für die Deutsche Bank?

von N. von Gibelli –

München – Vor dem Landgericht München hat am Dienstag der Strafprozess gegen Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen und vier seiner früheren Vorstandskollegen wegen versuchter Täuschung der Justiz im Kirch-Verfahren begonnen.

Angeklagt ist auch der Schweizer Josef Ackermann. Unter großem Medienandrang erschienen Fitschen, seine beiden Vorgänger Ackermann und Rolf Breuer im Gericht.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen versuchten Prozessbetrug im Verfahren um Schadenersatz für die Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch vor. Dafür drohen im Fall einer Verurteilung zwischen einem Jahr und zehn Jahren Haft. Alle Angeklagten hatten die Vorwürfe zurückgewiesen.

Die Vorwürfe beziehen sich auf einen Zivilprozess um die Pleite Kirchs. In diesem Verfahren sollen die Angeklagten mit absichtlichen falschen Angaben vergeblich versucht haben, ein Scheitern der Klage des Medienmoguls zu erreichen.

Während Fitschen, Ackermann und Breuer nur versuchter Prozessbetrug vorgeworfen wird, sind die beiden Ex-Vorstandsmitglieder Clemens Börsig und Tessen von Heydebreck auch wegen uneidlicher Falschaussage angeklagt.

Fitschen, der die Deutsche Bank seit Juni 2012 zusammen mit Anshu Jain führt, hatte im Juni 2011 vor dem Oberlandesgericht (OLG) München ausgesagt. In dem Prozess ging es um Schadenersatz für die Erben von Leo Kirch.

Der Medienunternehmer hatte bis zu seinem Tod die Deutsche Bank für die Pleite seines Konzerns verantwortlich gemacht.

Der Streit um eine Mitverantwortung der Bank für die Pleite des Kirch-Medienkonzerns schwelt seit 2002. Im Dezember 2012 verurteilte das Münchner OLG die Bank zu Schadenersatz. Im Februar 2014 einigte sich das Institut außergerichtlich mit Kirchs Erben: Die Zahlung von rund 925 Millionen Euro sollte einen Schlussstrich ziehen. Die Staatsanwaltschaft ermittelte dennoch weiter gegen die Banker. Mehrmals wurden auch Büros der Deutschen Bank durchsucht. Die Anklage stützt sich unter anderem auf Unterlagen, die dort gefunden wurden.

Fitschens Aussage vor Gericht war nach Ansicht der Münchner Staatsanwaltschaft aber nicht schlüssig. Vielmehr soll er zusammen mit seinen Vorgängern Ackermann und Breuer sowie Ex-Vorstand Tessen von Heydebreck und Ex-Aufsichtsratschef Clemens Börsig zusammengewirkt haben, um das Gericht durch falsche Angaben zu täuschen und Schadenersatzzahlungen zu vermeiden.

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