Joschka Fischer stellt sich in der Flüchtlingsdebatte auf die Seite von Kanzlerin Merkel!

Joschka Fischer (Quelle: die Grünen)
25 Okt 2015

von N. von Gibelli –

„Ich hätte nicht gedacht, dass ich Angela Merkel einmal öffentlich verteidigen würde“: Während die Kanzlerin aus den eigenen Reihen zuletzt Kritik einstecken musste, hat sich nun ausgerechnet Joschka Fischer hinter sie gestellt.

Bis vor acht Wochen hätte Fischer nie gedacht, dass Merkel jemals ihre vorsichtige Gangart überwindet. Heute habe man es mit einer anderen Kanzlerin zu tun, die aber ihre alten Fähigkeiten nicht verloren habe. „Dafür verdient sie Respekt und Unterstützung über die Parteigrenzen hinweg.“

Kritische Worte findet der 67-jährige Fischer im „Bams“-Interview dagegen für Russlands Präsidenten Putin „Die russische Intervention in Syriewn trägt nicht zu einer positiven Entwicklung bei.“ Die Stabilisierung von Assad führe zu „Zehntausenden neuen Flüchtlingen“. Eine Lösung im syrischen Bürgerkrieg rücke so weiter in Ferne.

Neben Fischer nahm auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen Kanzlerin Merkel in Schutz. „Bei aller verständlichen Unruhe angesichts der nie dagewesenen Lage weiß die Basis der Union sehr genau, dass niemand Deutschland und Europa besser durch diese schwere Zeit steuern kann als die Kanzlerin“, erklärte von der Leyen den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Merkels Regierung habe das Asylrecht „in Rekordzeit“ reformiert und Abschiebungen erleichtert. Weitere Schritte würden folgen, sagte von der Leyen, die in der CDU Stellvertreterin von Parteichefin Merkel ist.

Von der Leyen sagte, es gebe keine einfache Lösung für die Flüchtlingskrise. Merkel arbeite „mit all ihrer Beharrlichkeit und ihrem internationalen Gewicht daran, die Probleme Schritt für Schritt in den Griff zu bekommen: in den Krisengebieten selbst, an den EU-Außengrenzen, in Brüssel und bei der Wiederherstellung geordneter Verhältnisse im Inland“.

Zuvor hatte das Magazin „Der Spiegel“ berichtet, Finanzminister W. Schäuble habe im CDU-Präsidium darauf hingewiesen, dass die Stimmung der Mitglieder in der Flüchtlingsfrage „dramatisch“ schlecht sei. Die Flüchtlingskrise könne die Partei vor eine Zerreißprobe stellen, warnte Schäuble. Ähnlich hat sich der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef  Seehofer geäußert und eine Kurskorrektur in der Asylpolitik verlangt.

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