Werden Anleger und Investoren der S&K-Immobilien-Handelsgruppe leer ausgehen?

Logo der S&K Immobilienhandelsgruppe.
22 Jun 2013
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Frankfurt am Main – Neues im Anlage-Skandal um die Frankfurter S&K-Gruppe: Offenbar stehen die Chancen schlecht, dass Anleger von S&K-Fonds ihr Geld zurück erhalten. Sie müssen laut einem Bericht von Spiegel Online mit dem Totalverlust ihres Investments rechnen. Die S&K-Gruppe um die Kaufleute Jonas Köller und Stephan Schäfer war im Februar im Rahmen einer bundesweiten Großrazzia von Polizei und Staatsanwälten wegen des Verdachts des Anlagebetruges ins Visier geraten. Die Beamten sicherten Laster voll Akten und Beweismaterial und nahmen Stephan Schäfer und Jonas Köller in Untersuchungshaft. Auch weitere mutmaßliche Betrüger nahm die Staatsanwaltschaft damals fest, darunter auch die Geschäftsführer der United Investors Emissionshaus GmbH, Hauke Bruhns und Thomas Gloy.

Gehen Anleger von S&K-Fonds leer aus?

Spiegel Online beruft sich auf die Auswertung verschiedener Verträge mit der Asset Trust AG sowie der Deutsche Sachwert Emissionshaus AG. „In fast allen bislang überprüften Verträgen hat der vorläufige Insolvenzverwalter Jochen Zaremba aus der Nürnberger Kanzlei Schwartz Regelungen gefunden, wonach die Anleger bei einer Insolvenz nur als nachrangige Gläubiger gelten“, heißt es in dem Artikel.

Sollte diese Klausel auch in den meisten anderen Verträgen mit den Firmen des damaligen S&K-Imperiums enthalten sein, wird das vermeintlich lukrative Fonds-Investment in die S&K eine ganz bittere Pille: Nachrangige Gläubiger werden nur dann Geld aus der S&K-Insolvenzmasse erhalten, wenn die Ansprüche aller sogenannten vorrangigen Gläubiger, wie etwa der Fiskus, Lieferanten und Banken, bedient sind. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft gegen die ehemaligen S&K-Chefs Köller und Schäfer lautet auf Anlegerbetrug, insgesamt soll der Schaden mehr als 100 Millionen Euro betragen. Selbst bei einer erfolgreichen Veräußerung des verbleibenden Firmenvermögens dürfte die Insolvenzmasse wohl kaum dafür ausreichen, die “echten” Investoren der S&K-Fonds zu entschädigen.

Halbnackte Frauen in Champagner und ein Elefant vor der Villa

Denn, soviel ist mittlerweile klar: Ein nicht unbeträchtlicher Teil der S&K-Gelder haben Jonas Köller und Stephan Schäfer ganz offenbar für einen Lebensstil „in Saus und Braus“ verwendet. Ausschweifende Parties mit leicht bekleideten Frauen in riesigen Champagner-Gläsern als Deko oder ein echter Elefant vor der Firmenvilla in der Kennedyallee 123 sind nur die Spitze des Eisberges, wie Insider dem Nawito Verlag bereits damals berichtet hatten.

Bei den ganzen Durchsuchungen mit hunderten von Polizeibeamten in ganz Deutschland haben die Ermittler aber offenbar einige Kleinigkeiten übersehen. Die Frankfurter Neue Presse (FNP) berichtete, dass Familienangehörige von Jonas Köller anlässlich des Depeche Mode-Konzerts in der Frankfurter Commerzbank Arena die S&K-VIP-Loge genutzt hatten. „Während der mutmaßliche Millionenbetrüger Jonas Köller in U-Haft sitzt, besuchte seine Familie das Depeche-Mode-Konzert“, schreibt die FNP.

Wie kam es zum Fall der S&K

Wir vom Nawito Verlag haben in den letzten zwölf Monaten sehr oft über das Phänomen S&K berichtet. Wie kam es zu diesem Flug des Ikarus für die beiden Immobilienhändler Stephan Schäfer und Jonas Köller? Unserem Informationsstand zufolge verfügen weder Jonas Köller noch Stephan (Stefan) Schäfer über eine Hochschulausbildung. Beide haben in jungen Jahren mit dem Kauf und Verkauf einer Eigentumswohnung die “Luft des Immobilienhandels” geschnuppert. Dem folgte ein Auftragsengagement als Käufer/Händler für andere Immobilienfonds. Die ursprüngliche S&K-Gruppe war anfangs offenbar nur ein kleiner Dienstleister für Dritte.

Über Lebensversicherungen hin zu geschlossenen Fonds

Spätestens im Jahre 2009 haben Schäfer und Köller beschlossen, selbst Kapital am Markt aufzunehmen, um damit in großem Stil zu handeln. Der große Donald Trump, ein großer Geschäftsmann, war das Idol von Stephan Schäfer, einem smarten jungen Mann mit unwahrscheinlich großer Energie. Mit dem Ankauf von Lebensversicherungen begann man bei S&K in 2009. Zum Jahreswechsel 2010/2011 wurden die Investitionsgelder über Fonds des Emissionshauses United Investors/Hamburg eingeholt.

Ab 2011 hatte S&K keine Bodenhaftung mehr

Wir waren uns in der Redaktion sicher, dass bis einschließlich im Geschäftsjahr 2010 bei Stephan Schäfer und Jonas Köller immer die Absicht bestand, sauber zu wirtschaften und KEIN (!) Schneeballsystem zu betreiben. Erst 2011 veränderte sich bei beiden das Verhalten. Sie schienen mit dem Vertriebserfolg und den eingesammelten Millionen die Bodenhaftung zu verlieren und wechselten in einen arabesken Lebensstil.

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